Eva-Lotte

Gerard Genette teilt die Funktion des Erzählers ein in Stimme und Modus. Stimme = wer spricht? Ist der Erzähler Teil der Figuren (homodiegetisch) oder nicht (heterodoegetisch)? Auch, ob eine Binnenerzählung vorliegt, kann mit Genette auf drei Grade genau bestimmt werden (intradiegetisch, extradiegetsch, metadiegetisch). Bei Stanzel heißt dasselbe auktorialer, personaler oder Ich-Erzähler. In der mittelalterlichen Literatur ist die häufigste Form des Erzählers mit Genette ein hetero- und extradiegetischer Erzähler. Mit Stanzel handelt es sich meistens um einen auktorialen Erzähler, der ab und zu personal ist.

In Genette's Terminologie umfasst Modus Distanz, sowie Fokalisierung. Nullperspektive = Perspektive aller Figuren. Interne Fokalisierung = Perspektive einer Figur. Externe Fokalisierung = Perspektive keiner einzigen Figur. Mit Genette ist die häufigste Fokalisierung externe Fokalisierung mit teilweiser Nullfokalisierung.

Der Raum entsteht durch die Figuren, die sich in ihm bewegen und ist damit funktional von den Erfordernissen der Handlung abhängig, mitunter ohne Kohärenz (z.B. Türen, die erscheinen, wenn sie gebraucht werden). Fiktionale und reale Geographie können nebeneinander bestehen, auch ist Raum oft semantisch aufgeladen, z.B. führt das linke Abbiegen nicht selten ins Verderben. Vier Grundtypen von Räumen werden in der mittelalterlichen Literatur unterschieden: Inselraum, Fixpunktraum, elastischer und nicht-elastischer Wegeraum.