Eva-Lotte

Es gibt kaum Konsens über den narratologischen Status literarischer Figuren. Strukturalistische Theorie: Figuren sind Handlungsträger, prinzipiell austauschbar, nur narrative Einheiten und Motive sind die Grundbedingung einer Erzählung. Aktantenmodell nach Greimas: Das Subjekt begehrt ein Objekt, der Helfer unterstützt das Subjekt bei der Beschaffung des Objekts, der Opponent arbeitet gegen den Helfer, der Sender initiiert eine Aktion, der Empfänger profitiert von der Aktion oder dem Objekt. Ob das Subjekt das Objekt erhält oder nicht, hängt von Machtverhältnissen ab. Neuere Ansätze: Figur steht außerhalb von Histoire und Discours, bzw. gehören zu beidem. Chatman: Erzählungen bestehen aus Events (Actions, Happenings) und Existents (Characters, Setting). Im Mittelalter sind besonders Figurentypen wichtig, Identität entsteht über Gruppenzugehörigkeit.